So nahmen sich alle zusammen. Selbst die Jungens. Die lauschten freilich gerade auf den lebhaften Disput, der sich zwischen Tante Marianne und dem Onkel Pastor angeknüpft hatte über die Gottlosigkeit des Krieges. Onkel Pastor war doch ein streitbarer Mann.
Martha ging mit dem jungen Paar hinaus, half Helene beim Umkleiden. Und dann kam Omama noch auf einen Augenblick auf den Flur, küßte die Tochter, tätschelte mit ihrer welken Hand Gastons Wange: „Seid gut miteinander ... und kommt recht gesund von der Hochzeitsreise zurück, ihr Kinder.“ Sie hatte längst vergessen, daß Merivaux in den Krieg ging, hatte es wohl nie recht begriffen. —
Es war spät am Abend, als Helene heimkam.
Bis vor die Tür hatte sie Gaston gebracht. Im Hausflur umarmte er sie noch einmal, küßte sie leidenschaftlich. „Meine geliebte Frau!“ Ein paar Augenblicke ruhte sie weinend an seiner Brust. „Gott schütze dich, Gaston!“
Dann riß er sich los.
Langsam stieg sie die Treppe hinauf; schloß die Tür auf.
Martha, die an alles dachte, alles überlegte, hatte auch das so gewollt: es sollte niemand auf die junge Frau warten. Sie hatte es auch eingerichtet, daß Helene nun ihr Zimmer für sich bewohnte.
Auf dem Flur brannte die Lampe. Sie nahm sie, ging in ihr Zimmer, stellte sie beiseite.
Da lag noch ihr Brautkleid und all der bräutliche Schmuck.
Lange stand sie davor, in tiefem Sinnen, mit gefalteten Händen. Es war ihr alles wie ein Traum.