Oft dachte sie zurück an ihr innerstes Erleben. Nichts hätte sie missen mögen. Sie wußte nun: Durch Schmerz und Leid führte mein Weg zum Glück! Und sie wußte auch: ein Schößling, der schnell aufschießt, hält der Zeit selten stand; der langsam wachsende Baum aber wird stark und kräftig. So war ihre Liebe — — —

Berlin rüstete sich zum Empfang der Sieger.

Die Einzugsstraße Unter den Linden schmückten als schönste Zier die zweihundertneun eroberten Geschütze, von Viktorien unterbrochen, die auf goldenen Schildern die Namen der Schlachten und Gefechte trugen. Viktorien leiteten zur Schloßbrücke. Auf dem Lustgarten erhob sich der Altar mit der riesenhaften Borussia dahinter, umgeben von den Statuen der Hohenzollernherrscher. Flatternde Fahnen, Girlanden, Blumenschmuck allerorten —

Wilhelm hatte einige Fensterplätze im Zeughaus erhalten.

Hier stand Helene und sah über die wogenden Massen hinüber, auf die breite freie Straße, die die Sieger vom Brandenburger Tor her kommen mußten.

Von fernher klang der Jubel der Hunderttausende, kam näher, schwoll, wie Sturmesbrausen.

Der Zug nahte. Vorn die Generale, Bismarck und Moltke.

Der König dann, mit ihm der Kronprinz, Prinz Friedrich Karl, die Heerführer.

Drüben am Palais nahm der König Aufstellung, um seine Tapferen an sich vorüberziehen zu lassen.

Hochaufgerichtet saß der Kriegsherr im Sattel.