„Ja! Ganz gewiß. Ungefähr so. Ah, eine gute Zigarre. Mon cher ’öhne ... Sie wissen gewiß, wo der Herr Baron hat stehen seine guten Zigarren. Sie sehen ganz aus, als ob Sie auch rauchten gern eine gute Zigarre.“ Er gab dem Diener einen kleinen freundschaftlichen Klaps. „Also wie eine sehr, sehr gute Zigarre, gnädiges Fräulein. Mais, mon dieu, ... Sie dürfen das nicht übelnehmen.“

„Ich denke gar nicht daran. Ich fühle mich sogar sehr geehrt!“

Höhne hatte inzwischen wirklich eine Kiste Importen gebracht. Merivaux zündete sich umständlich eine Zigarre an, und tat liebevoll den ersten Zug. „Bei einer guten Zigarre kommen immer gute Gedanken. Bei Ihrem Gesang, gnädiges Fräulein, denk ich, kann man auch nur ’aben gute Gedanken. Als Sie in Sodelzig haben gesungen das Lied von der Baronin Rothschild — ‚si vous n’avez rien à me dire‘ — hab ich immerzu denken müssen an meine liebe Heimat, an unsere schönen Berge, an den blauen See ... ja ... und an meine gute maman ...“

Er war aufgestanden. Er blies schnell hintereinander ein paar kunstvolle Ringe und lachte: der erste Ring hatte sich zur Decke erhoben, war langsam gesunken und lag nun, für einen Augenblick, gleich einem Kränzlein just um Helenens weißes Morgenhäubchen.

Merivaux lachte, sah auf sie herab, und sie wurde böse: „Was lachen Sie eigentlich, Herr von Merivaux! Über mich?“

Da sagte er: „Schade ... nämlich, er ist jetzt fort. Ja so, gnädiges Fräulein, Sie wissen ja nichts davon. Ich hatte Ihnen eine auréole aufgesetzt ... aus Tabaksrauch ... und ist ein Sonnenstrahl dazu gekommen. Wenn Sie wüßten, wie scharmant das ausgesehen ’at!“

Unwillkürlich faßte sie nach dem Haar.

Aber er schüttelte den Kopf. „Nein, nun ist das fort: auréole und Sonnenstrahl. Aber ... scharmant sieht das immer noch aus ... das ...“

Ein wenig verwirrt war sie doch, ein wenig verlegen. „Was Sie immer für törichtes Zeug reden, Herr von Merivaux!“

„Ich? Aber nein doch ... Sind Sie fertig mit dem Dejeuner, gnädiges Fräulein? Wollen wir ein wenig in den Garten?“