Es klang so weich, es klang so schmerzlich: nimmer befriedigt.

Ein Geständnis war es. Es schlug eine Saite in ihrer eigenen Seele an. Sie mußte fragen: „Nimmer befriedigt? Sie? Und warum?“ Ganz zögernd nur, scheu kam das letzte Wort.

„Ja ... warum? Wer kann das eigentlich sagen? Da ist der heiße Wunsch, immer Reiferes, immer Vollkommneres zu leisten, das große Streben, das den Künstler bis zum letzten Atemzuge nicht verlassen darf. Und daneben steht die unendliche Leere.“

Es zwang sie, ihn anzusehen. Fast schien es, als glänzten seine Augen feucht.

Sie schüttelte zaghaft den Kopf. „Die Leere?“

„So ist es, mein gnädiges Fräulein. Nicht anders. Streben und Beifallslohn ... wunderbar schön sind sie, bezaubernd, berauschend. Aber der Rausch verfliegt, der Zauber erlischt. Es bleibt nur der graue Alltag, in den keine Sonne hineinleuchtet. Manchmal glaubt man freilich, einen freundlichen Sonnenstrahl festhalten zu können ... aber ...“

Er brach ab.

Schweigend gingen sie noch ein paar Schritte weiter, blieben dann stehen. Helene war’s, als stockte ihr der Atem.

Da fragte er: „Werden Sie heut singen?“

Sie neigte den Kopf, ohne ein Wort. Aber es war doch eine Bejahung.