Sie zog die Stirn kraus, bis eine kleine schmale Trotzfalte zwischen den Brauen stand. „Schreib, was du willst. Ich ... wir dankten ihm ... er möchte sich aber nicht bemühen. Lieber Gott, solch ein kluger Mann, wie du bist, wird doch eine passende Ausrede finden. Ich bitte dich recht sehr, Wilhelm, schreibe gleich ... schicke einen Boten!“

Wilhelm Hackentin schüttelte den Kopf. „Es ist mir wirklich höchst fatal, Lene.“

„Ich bitte dich! Tu es mir zuliebe. Ich ... ich würde sonst nicht singen können. Glaub’ es mir.“

Er trank seinen Kaffee aus, ging dann hinüber nach dem Schreibtisch, der am Fenster stand. „Meinetwegen ...“ sagte er im Fortgehen.

Sie sah, wie er sich drüben den Stuhl zurechtrückte, sich setzte, zur Feder griff.

Ganz still saß sie, immer die Augen auf ihn gerichtet, immer noch mit der kleinen schmalen Trotzfalte zwischen den Augenbrauen. Sah auf den Bruder und sah doch über ihn hinweg.

Wilhelm schrieb hastig, setzte einmal ab, fuhr fort, überlas, was er geschrieben hatte. Nun stand er auf, kam zurück. „Hier, Helene ...“

Da griff sie nach dem Bogen in seiner Hand und sagte jäh: „Ich hab es mir überlegt. Wir wollen den Brief nicht abschicken.“

Er lachte laut auf. „Na, da hätten wir’s ja. Also eine Kaprice! Weiter nichts als Laune. Was ein Häkchen werden will, krümmt sich beizeiten. Das, scheint mir, trifft bei dir auch zu. Nun laß mich aber wenigstens in Ruhe eine zweite Tasse Kaffee trinken.“

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