„Ach was! Was war denn da außer Berlin los? Berlin aber ist gar nicht brandenburgisch, wenn’s auch zufällig mitten in unserer lieben Sandstreubüchse liegt. Berlin ist Berlin. Da muß immer gestänkert werden. Aber sonst? Der Flehr da ist typisch. Mal gelegentlich ’n bissel das Maul vollnehmen, mal recht klug schnacken, mal sich recht gebildet fühlen und mal recht schön liberal wählen, wenn’s hoch kommt. Mehr aber nicht.“

„Ist gerade genug. Order muß pariert werden.“

„Wird auch ... Da kommt ja die Lene. He, Leneken, wohin denn so eilig?“

Mit ihren schnellen Schritten kam sie vom Schlosse her. Einen Hut hatte sie nicht aufgesetzt; in der leisen Dämmerung, die schon anhob, spielten ihre Haarwellen ins Goldig-Rote. Ein Tuch hatte sie umgenommen; fest lag das dünne Gewebe um die Schultern, umspannte knapp die jugendliche Büste und war hinten in der Taille zusammengeknotet.

„Ich will der Post auflauern, Onkel Pastor.“

„Denkst wohl, der Schwager Postillion bringt dir’n Schatz mit, Lene?“

„Der könnte mir grad’ fehlen, Onkel Pastor. Willst du — Waldmann, du Frechdachs! Sieh dir mal Diana an, wie die artig ist.“

„Im Pfarrhaus gibt’s frischen Pflaumenkuchen, Leneken.“

„Ich hasch’ mir beim Zurückkommen ein Stück.“

Sie nickte dem Vater zu, sie winkte von weitem zum Kantor hinüber und huschte weiter, durch das Tor, den Anger entlang.