Weiß, was ich leide!
Allein und abgetrennt
Von aller Freude —“
Sie wußte nicht, wie das Goethelied ihr ins Gedächtnis gekommen war. Nur das fühlte sie, daß es so ganz ihrer Stimmung entsprach. Und ihre Stimme hob sich, schwoll und schwoll —
„Ach, der mich liebt und kennt,
Ist in der Weite —“
Einmal war es, als ginge eine Tür. Aber sie überhörte es. All ihre Seele war bei dem Gesang. Wie auf Flügeln trug es sie himmelan, als ob ihre Kunst das Herz läutere. Dies zuckende Herz —
„Nur wer die Sehnsucht kennt,
Weiß, was ich leide!“
Ein paar Atemzüge lang saß sie ganz still, die Hände noch auf den Tasten, mit geschlossenen Augen. Ihr war so wohl und war so weh —