Da dachte der Ziegenbock, es wäre die höchste Zeit nachzukommen, und tat einen Schritt vorwärts. Er mußte sich wirklich umsehen. Was war das für ein Jux, daß er hinten festgehalten wurde? Krummhorn stand, alle Viere fest in den Boden gepflanzt, und streckte bloß den Hals.
Bah! Nichts weiter? Er tat ein paar Schritte; Krummhorn mußte mit, den Kopf zurückgelegt, stemmte sie dagegen. Da zog der Bock an, setzte die Hörner hoch in die Luft und legte sich ordentlich in die Riemen. Er wollte ihr schon zeigen, daß er sich nicht von so einer Närrin aufhalten ließe!
Krummhorn mußte wohl oder übel mit; aber sie sträubte sich und wehrte sich aus Leibeskräften; Schließlich fiel sie auf die Kniee, doch der Bock ging unbeirrt vorwärts, als wenn gar nichts los wäre, und Krummhorn mußte den ganzen flachen Abhang hinauf auf den Knieen nachrutschen.
Sidsel und die Burschen kreischten vor Vergnügen, und selbst die Sennerin mußte mitlachen.
Als das Gespann an den Fuß der Anhöhe kam, wo es mehr und mehr unwegsam wurde, fand Krummhorn es doch ratsamer aufzustehen und auf allen Vieren nachzukleppern, aber sie ließ sich noch immer mitziehen.
Sie zogen ihren gewöhnlichen Weg hinauf ins Gebirge.
Nach und nach schien Krummhorn sich in das Unvermeidliche zu finden. Anfangs ging sie zwar immer noch verdrossen und widerwillig und ließ sich ziehen, mit der Zeit fühlte sie aber wohl ihren leeren Magen, und nun begann sie ruhig mitzulaufen und zu fressen, wie die andern Ziegen, sah bloß ab und zu einmal auf, wenn sie in weiter Ferne die grobe, tiefe Kuhschelle hörte.
Nun war der Spaß nicht mehr so unterhaltend, und da begannen Jon und Peter wie gewöhnlich zu raufen und Rundsprünge zu machen, und damit vertrieben sie sich die Zeit, bis sie zur Mittagspause wieder heim sollten.
Da sagte Jon: Nun wollen wir Krummhorn einmal zur Probe losspannen. Ich denke, sie ist nun kuriert.
Ja, dem stimmten die andern bei.