Jawohl.

Leb wohl, sagte Peter. Er hielt ein Weilchen ihre Hand in der seinen, und dann merkte er, er müßte doch noch etwas sagen:

Ich werde Jakob von dir grüßen, Sidsel.

Und darauf verschwanden die Jungen wieder hinter dem Pferch, ebenso still, wie sie gekommen waren.

* *
*

Auf der eingezäunten Wiese waren die Knechte damit beschäftigt, aufzupacken.

Das Soldatenpferd wurde zum Gatter hingeführt. Sidsel lief auf den Weideplatz, trieb das Kleinvieh zusammen und zählte ihre Herde heute wohl schon zum zehnten Mal; bald war alles zum Abmarsch bereit.

Da erschien die Sennerin in der Tür, sie war wieder im Feiertagsputz, wie am Tage, als sie ankamen. Sie schlug die Tür der Sennhütte hart ins Schloß, drehte feierlich langsam den mächtigen Schlüssel herum, zog ihn aus dem Schloß heraus und steckte ihn in die Tasche, sie wollte ihn selber aufbewahren und eigenhändig an Kjersti Hoël abliefern. Darauf schlug sie mit der Faust gegen die Tür, um zu prüfen, ob sie ordentlich verschlossen war, ging ans Fenster und sah hinein, ob auch alles in gehöriger Ordnung und das Feuer auf dem Herde ausgelöscht war. Dann stieg sie zu Pferde, einer der Knechte öffnete das Gatter für sie, wie vor einer Königin — stolz ritt sie hinaus.

Ihr schloß sich der Zug der Packpferde an, und darauf kam in der alten Ordnung die Schellenkuh, Brandros und die ganze stattliche Schar. Den Schluß bildete das Kleinvieh, und zu allerletzt kam Sidsel, den Stecken in der Hand, den Birkenhut auf dem Kopfe und den Ranzen auf dem Rücken.

Sie mußte sich noch einmal umsehen. Die Senne lag öde und verlassen da, das Gebirge merkwürdig einsam; gewiß, auch sie hatte sich die letzten Tage nach Hause zurückgesehnt, aber es war ihr nun doch gar eigen zu Mute, als sie jetzt das alles verlassen sollte. Sie hatte dasselbe Gefühl, wie damals, als sie Schloß Guckaus verließ. Es war wunderlich, daß sie gerade jetzt daran denken mußte — den ganzen Sommer über hatte sie nicht mit einem einzigen Gedanken daran gedacht.