„Na, Sophiechen, du wirst dich wundern! Du wunderst dich wohl schon, nicht wahr? Wie ich ihr sage, daß sie mitkommen soll, es wäre ein fremder Herr da, da sagt sie: „Tante, was soll ich denn drüben, du kannst doch wohl einen fremden Herrn allein annehmen,“ denn sie war gerade über dem Einkochen von —“
„Liebe Tante,“ unterbrach sie das Mädchen freundlich, „das kann den Herrn unmöglich interessiren!“
Und dabei wandte sie sich zu mir und sah mich fragend an.
„Darf ich wissen, was es ist, wovon meine Tante sich so große Verwunderung meinerseits verspricht?“
„Ich war so glücklich,“ begann ich stockend, hielt aber inne und überreichte ihr den Ring.
Eine helle Freude flog über das reizende Gesicht und zwei große Thränen traten ihr in die Augen. Mit ausgestreckter Hand kam sie auf mich zu.
„Ich danke Ihnen — ich danke vielmals! Sie machen mir eine unendlich große Freude — mein lieber Ring!“
Ich kam mir in dem Augenblicke wie ein ganz nichtswürdiger Betrüger vor! Hier stand ich und nahm Dank, Freudenthränen, freundliche Aufnahme — sogar einen freundlichen Händedruck entgegen — für einen ganz abscheulichen Schwindel.
Ich war drauf und dran, meine Sünden zu bekennen, und herausgeworfen zu werden, als sich die Thür auf’s neue öffnete und der stattliche Herr des Hauses eintrat.
Er blieb überrascht stehen, als er die Gruppe in der Mitte des Zimmers erblickte.