Auf mein „Herein!“ erschien zuerst der wohlfrisirte Oberkellner, hinter ihm der Mann in der blauen Jacke mit dem Hunde, den ich beim Eintreten bemerkt hatte. Der Letztere trat einen Schritt näher und indem er das Thier am Genick faßte und mir mit vorgestrecktem Arm entgegenhielt, sagte er:
„Ich wollte fragen, ob das der Hund ist, den Sie verloren haben?“
Meine Empfindungen sind schwer zu beschreiben! Lachlust und Beschämung kämpften heftig in mir — die greifbaren Folgen der zweiten Lüge machten sich bemerklich.
„Nein,“ sagte ich kurz, „das ist nicht mein Hund!“
„Am Ende doch!“ bemerkte der Fremde, „er ist ja schwarz und klein!“
Hierbei setzte er das Thier auf den Boden und schien es nicht wieder an sich nehmen zu wollen. Die kleine, höchst gemein aussehende Creatur fuhr, wahrscheinlich durch schlechte Behandlung gereizt, sofort bellend und schreiend auf mich ein und schnappte in höchst ungemüthlicher Weise nach meinen Stiefeln.
„Sehen Sie, er kennt Sie!“ sagte das blaujackige Individuum mit der größten Frechheit, „ich bitte um die Belohnung, die in der Zeitung —“
„Das ist doch zu stark!“ rief ich nun meinerseits geärgert, „dieses Thier habe ich nie gesehen, es beißt mich, und Sie wollen von mir noch eine Belohnung? Dort ist die Thür!“
Der Mann rührte sich nicht.
„Nun, dann bitte ich mir wenigstens ein Trinkgeld aus — ich habe zwei ganze Stunden hier auf Sie gewartet und meine Zeit kostet Geld!“