„Ja, dann lassen Sie aber den Herrn Baron erst hier zu Ende kommen,“ sagte der Doktor, und schob sein Tischchen in die andere Ecke des Zimmers — dort konnte er hoffen, ungestört zu bleiben, „bitte, Herr Baron! — der Miether verpflichtet sich“ —

Während die beiden sich wieder in den Kontrakt vertieften, plauderten die Mädchen in der Fensternische.

„Käthchen, ich komme nur, um Sie etwas zu fragen — ist heute großer Zauber bei Scharffs? Ich dachte schon, der Sohn wäre gekommen, den ich von früher her kenne — wissen Sie, er war Adjutant bei meinem Vetter Storrwitz, und meine Cousine neckte mich immer entsetzlich mit ihm — ist er gekommen?“

„Nein, er wird erst erwartet,“ erwiderte Käthe, „ich weiß auch nicht, warum sie heut plötzlich eine Fête geben.“

„Nun ja — aber die Frage ist, was zieht man an? Rabeneck ist auch da, ich habe die Scharff gefragt.“

Die Beiden erörterten die Toilettenfrage und Leontine hüpfte endlich ab.

Inzwischen wurde es so dunkel, daß der Doktor zu seinem Miethskontrakte nach der Lampe rief. Das Mädchen erschien, brachte aber nur einen Armleuchter mit einem Licht.

„Die Lampe!“ donnerte der Hausherr.

„Verzeihen Sie, Herr Doktor — unsere Lampen sind alle oben beim Herrn Major — die Kinder arbeiten auch bei Licht.“

„Darauf machen Sie sich gefaßt,“ sagte der Doktor, kochend vor Wuth, „wenn Sie hier ins Haus ziehen, wird Ihnen von Majors alles abgeborgt, was Sie haben und nicht haben!“