Inzwischen herrschte bei der Majorsfamilie schon einige Aufregung. Die Frau des Hauses wanderte in den menschenleeren Räumen umher, die bereits im festlichen Lichterglanz erstrahlten, rückte hier und da an den Stühlen und stand dann wieder überlegend still, ob noch etwas fehlte, wonach man zu Doktors schicken könnte.
Da öffnete sich die Thür und ein großer, blonder Mann trat ins Zimmer.
Die Majorin wandte sich um.
„Nun, Mamachen,“ sagte der Eintretende freundlich, „du hast noch zu thun? Ich hoffte eben auf eine gemüthliche halbe Stunde mit dir, ehe die Gäste kommen.“
„Ich bin fertig“, sagte die Mutter, und trat vor den Stuhl, in den sich ihr Sohn niederließ. Sie legte ihm die Hände auf beide Schultern und sah ihm zärtlich ins Gesicht.
„Mein alter Junge — wie du wieder verbrannt bist!“
„Im Winter, Mama? Nein, das ist wohl meine natürliche Farbe, du mußt dich schon daran gewöhnen.“
„Und du warst ein so weißes Kind!“ sagte die Mutter lächelnd. „Jetzt sage mir aber einmal, Kurt — ist es dir eigentlich recht, daß ich heut Abend unsere Hausgenossen eingeladen habe? Du machtest mir bei der Ankündigung ein so besonderes Gesicht.“
„Nun, offen gesagt, wäre ich eben so gern mit Euch allein gewesen, Mutterchen — aber wir sind ja, so Gott will, noch viele Abende zusammen. Wer kommt denn heut?“
„Also,“ begann die Majorin, „da ist erstens die Generalin Faldern mit ihrer Enkeltochter Leontine —“