„Straten? versteht sich!“ erwiderte der Baron aufstehend, „sehr gut gekannt, haben zwei Jahr bei einer Schwadron gestanden — netter Mensch, was?“

„Jawohl!“ erwiderte der Hauptmann, ebenfalls aufstehend, „hier — erzählen Sie einmal von ihm — changeons!“ Und damit überließ er seinen Platz neben Leontinen dem Baron und begann, sich Käthe zu nähern.

Kaum hatte Käthe seine Absicht bemerkt, als sie sich erhob, und an den nächsten, mit Albums bedeckten Tisch tretend, sich in die Besichtigung derselben vertiefte.

Der Hauptmann folgte ihr und ergriff ebenfalls ein Buch.

„Das kann ich auch,“ bemerkte er halblaut.

Käthe schien mit Blindheit und Taubheit geschlagen.

„Was habe ich denn hier?“ fuhr der Hauptmann gemüthlich fort, und blätterte in dem Buch, „ah — Gedichte — eine ganze Sammlung — darf ich Ihnen etwas vorlesen?“

„Ich danke,“ erwiderte Käthe kurz, „ich sehe mir Bilder an!“

„Schön,“ erwiderte ihr Gegner ernsthaft, „dann werde ich mir selbst vorlesen — ich liebe die Lyrik ungemein — ah hier — das ruft mir ein Erlebniß zurück, „das Dampfroß schnaubt entlang der Halde“ — sehr nett! Wer weiß, was wir noch von dem Dampfroß zu hören bekommen — sollte das nicht in Station Siegersdorff halten? Ich muß mich einmal überzeugen!“

„Ich will das Gedicht nicht hören!“ sagte Käthe.