Der Miethskontrakt lag unbeachtet auf dem Schreibtisch.
Endlich näherte sich der Baron, auf den Zehen gehend, dem Hauptmann.
„Ich weiß nicht — es ist mir so unangenehm, nein, wirklich — es ist mir sehr unangenehm!“ flüsterte er, „der Herr Doktor ist so böse — aber ich habe neulich ganz übersehen — das Schlafzimmer liegt nach Nordosten, und das vertrage ich nicht! Meine selige Mama sagte immer: ‚Chlodwig, um alles in der Welt, Sonne im Schlafzimmer — halbes Leben — halbe Gesundheit.‘“
„Schlafen Sie doch wo anders!“ stieß der Hauptmann rauh hervor.
„Kann ich nicht, mein Bester — kann ich nicht! Und dann fehlt mir auch ein Zimmer — ein einziges Zimmer — mein Friedrich muß neben mir logiren! Ja, hätte das allerliebste, reizende Eckzimmer — ein bijou von einem Zimmer — noch ein einziges Fenster! aber so!“
„Ich will Ihnen etwas sagen,“ explodirte der Doktor, „haben Sie die Güte, mein Haus nach Ihren Wünschen umbauen zu lassen, und dann wollen wir wieder vier Stunden Kontrakt machen. Das ist ja —“
Der Baron sah hilflos aus.
„Umbauen? Sie scherzen, Herr Doktor! Der Herr Doktor scherzt — nicht wahr? ich liebe das sehr! scherze selbst gern — ich war immer dafür bekannt, daß ich viel scherze! mein Kommandeur sagte oft: „glaubt dem Rabeneck nicht, er scherzt nur!“ Wie oft! —“
„Nun, dann scherzen Sie nach Belieben,“ schrie der Doktor, „mit mir haben Sie genug gescherzt!“
Und er wandte sich ab.