Die drei Anderen sahen sich zweifelnd und bestürzt an. — Das kam ihnen allen Dreien unvermuthet, — bis Karl leise bat:

„Laßt mich einen Augenblick mit ihr allein, — ich will sie schon zur Vernunft bringen!“

Die Eltern schienen ihm dies Amt nicht ungern zu überlassen, Karl trat zu der kleinen Eigensinnigen und sah, daß ihre Augen voll Thränen standen.

„Fränzchen,“ bat er herzlich, „sei nicht kindisch! Ich weiß, du hast ein Recht, mir böse zu sein, aber es kann dir nicht mehr leid thun wie mir, daß wir uns heute so mißverstanden haben, — verzeihe mir doch!“

Er wollte ihre Hand fassen, sie zog sie hastig und unwillig zurück.

„Sieh’,“ fuhr er fort, „das Nein, was du mir jetzt sagst, ist doch ein anderes, als eine Absage für einen Tanz! Ich kann dann nicht mehr wiederkommen und fragen, ob du dich anders besonnen hast, — du weißt, ich würde es auch nicht thun, — überlege dir’s einmal, Fränzchen!“

Da sie fortfuhr, stumm den Kopf zu schütteln, trat er verzweifelt zurück und rief die Eltern wieder herein.

„Ich kann nicht mit ihr fertig werden, Onkel, rede du ihr einmal zu, — sie ist zu kindisch!“

Der Vater erschien und rief in etwas barschem Ton das Mädchen, welches sich trotzig vor ihn hinstellte.

„Was fällt dir ein,“ fuhr er sie ziemlich rauh an, „läßt den Karl ablaufen wie einen dummen Jungen, weil ihr irgend eine alberne Uebelnehmerei mit einander gehabt habt! Gleich bist du vernünftig und sagst entweder einen Grund für dein verschrobenes Betragen oder giebst ihm die Hand.“