„Nun, freilich hast du sie selber ausgesucht,“ fuhr Karl gemüthlich fort, „und wir Beide, die sich schon gemeinsam die Wohnung eingerichtet haben, fahren hier, wie die Landstreicher, in der Eisenbahn, als wüßten wir nicht, wo wir hingehören! Nein, Fränzchen, wie soll das später werden, wenn wir da draußen auf dem Lande allein sitzen, und du willst so unvernünftig sein! Das geht nicht, und jetzt steh’ auf und sage: ‚Ich will sehr gut folgen, lieber Karl!‘“
Er zog sie an der Hand empor und sie sprach zwischen Lachen und Weinen die bedeutungsvollen Worte nach.
„So,“ sagte Karl nach einer Weile, als die erste Rührung beiderseits überstanden war, — denn, gestehen wir es, auch unserem Helden wurde die Stimme etwas unklar, — „nun will ich dir auch beichten, — ich habe dich schon Jemandem als meine Braut vorgestellt!“
„Wem denn?“ frug Fränzchen erstaunt.
„Der kleinen Dame mit dem Kirschenhut,“ erwiderte Karl ruhig, „was hätte die sich sonst denken sollen?“
„Station Schrobeck,“ rief der Schaffner, die Thür öffnend.
Unser Paar sah sich bedenklich an. Karl als Herr und Gebieter beschloß, was zu thun sei.
„Wann geht der nächste Zug nach L.... zurück?“ frug er, den Namen von Fränzchens Heimathsort nennend.
„In einer halben Stunde.“
„Nun, Fränzchen,“ sagte Karl heiter, „dann fahren wir in einer halben Stunde hübsch zu deinen Eltern! Aber was thun wir die halbe Stunde? Nur nicht zu Tante Amalie,“ schauderte er.