„Vergessen Sie die anderthalb Millionen nicht, bester Stein, die diesem Juwel als Fassung dienen!“
„Aber erzählen Sie weiter, Raven, wie sah die Comtesse aus?“
„So schön wie immer, oder vielleicht noch schöner,“ sagte Raven, „blaß, ernst und still! Ganz in Weiß mit einer alterthümlichen, feinen Goldkette wohl zehnmal um den Hals geschlungen, wie ein Aquarell von Passini!“
In diesem Augenblick rasselte draußen ein schwerer Wagen, er hielt vor der Thür des Weinhauses und ein graubärtiger Mann in Hut und Kutschermantel trat hastig und verstört in die Stube.
„Das gilt mir!“ sagte der Arzt und ging dem Ankommenden entgegen.
„Herr Doktor, Sie müssen gleich mitkommen,“ begann der Alte mit unsicherer Stimme, die noch mehr seine Angst verrieth, als das bleiche Gesicht, „unser Herr liegt im Sterben!“
„Was Teufel!“ rief der Doktor und fuhr schon mit einem Arm in den Ueberzieher, während er sich von den Anderen verabschiedete, „ich empfehle mich bis auf Weiteres meine Herren, hoffe, es wird so schlimm nicht sein!“
„Wer ist denn krank?“ fragte Raven den Eilfertigen.
„Der alte Baron in Wolfsdorf,“ rief der Doktor schon im Hinausgehen, die Thür klirrte ins Schloß und wenig Augenblicke darauf rasselte der schwere Landwagen über das Straßenpflaster.
Ernüchtert durch diesen Zwischenfall, kehrten die Herren zu ihrem Tisch zurück und begannen sich auch zum Aufbruch zu rüsten.