„Ich danke Ihnen,“ sagte sie freundlich; sie war stets sehr freundlich gegen ihren Bräutigam, „aber ich glaube, es ist Alles besorgt, was man überhaupt in der Welt besorgen kann, wir haben ja seit vierzehn Tagen nichts Anderes gethan!“

Ein Ausdruck von Abspannung und Müdigkeit lag auf ihrem Gesicht, sie nahm den Hut ab und strich die dicken, goldenen Haarwellen aus der Stirn wie eine Last.

„Sie sehen bleich aus,“ bemerkte Erting besorgt, „ist Ihnen auch unser Spaziergang zu weit?“

Sie schüttelte lächelnd den Kopf.

„Vergessen Sie nicht, daß Sie ein Landmädchen vor sich haben, ich bin an stundenlange Wege gewöhnt. Nein, es ist nur die köstliche Ruhe und Stille hier, die mir plötzlich klar macht, wie unruhig mir die letzten Wochen vergangen sind, man lebt doch nur halb, wenn man in der Stadt lebt!“

„Falls Sie den Wunsch hegen, Edith, daß wir aufs Land ziehen — ich habe ja keine bindende Stellung in W...., dann kaufe ich ein Gut in der Nähe. Sie wissen ja, daß mich nur Ihre Wünsche bei meinen Zukunftsplänen bestimmen!“

„Nein, nein,“ erwiderte sie müde und abwehrend, „was sollte das? Sie sind kein Landmann und ich möchte mich in kein fremdes Gut mehr einleben.“

„Nun wir könnten ja Brandeck kaufen,“ sagte Erting, „die Mama würde gewiß ganz gern darin willigen, und der Kaufpreis müßte so gestellt werden, daß er ihr eine sorgenfreie Existenz ermöglichte.“

Sie schnitt mit einer leidenschaftlichen Geberde seine Rede ab.

„Hören Sie auf, es macht mich wild, wenn Sie von einem Kaufpreis für Brandeck sprechen, Sie sollen es nicht kaufen, ich habe den dringenden Wunsch, daß Karl es übernimmt.“