Dann erhob er die linke Hand nach der Stirn und versuchte, sich aufzurichten.
Erting, obwohl bebend am ganzen Körper, unterstützte ihn. Rüdiger erkannte seinen kleinen Feind und ein leises Lächeln flog über sein Gesicht.
„Herr Erting, bemühen Sie sich nicht! Und sehen Sie nicht so jämmerlich aus, es war mir ganz gesund, daß Sie mir etwas Blut abzapften!“
Der schwache Ton der Stimme traf Erting wie ein Dolchstoß.
„Ich habe Sie unglücklich gemacht,“ stöhnte er, die Hände vor’s Gesicht schlagend, „können Sie mir verzeihen?“
Rüdiger erröthete leicht.
„Erting, machen Sie mich nicht verlegen,“ sagte er hastig und streckte die Hand nach dem Andern aus, „ich Ihnen verzeihen! Ich habe Sie auf das Unerhörteste behandelt und kann von Glück sagen, mit einer so „gnädigen Strafe“ davon zu kommen. Und was das Unglücklichmachen betrifft, bester Freund, diese linke Hand wird schon noch eine Büchse führen können, bis die rechte wieder dienstfähig ist!“
Er schloß wieder die Augen, die letzten Worte hatte er schon fast gemurmelt — aber endlich, endlich kamen Schritte den Corridor entlang. Der Förster, Job und noch ein paar Unbekannte drangen ins Zimmer. Einer davon, ein kleiner, untersetzter Mann, näherte sich dem jungen Schloßherrn und begann mit anscheinender Sachkenntniß den verwundeten Arm zu untersuchen.
Erting wartete auf seinen Ausspruch, wie auf das Urtheil über Tod und Leben, nachdem Job ihm mit finsterer Miene gesagt, es sei der Wundarzt.
„Ist das Bett des Herrn Baron bereit?“ frug der Heilkünstler jetzt.