Christianus ging in Gedanken nach. Dann stockte er: „Ich darf nicht.“ Und zitternd unter den Brauen des Feindes — der sich unheimlich aus dem Freund herausverwandelt hatte — suchend: „Warum setzt du mir mit deiner Verlockung zu? Soll ich schwach werden? Soll ich diese Tage und Nächte ausgehalten haben, um in dieser Nacht feige zu werden und umzukehren?“
„Mußt du feige werden, um umzukehren? Mutig, mutig bist du doch damals umgekehrt, als es galt, durch den rechten Glauben in die — Seligkeit — dieser — Tage — und — Nächte zu kommen!“
Christianus’ Arme flackerten durch die Luft: „Nicht! nicht! nicht an meinen Glauben!“
Heinrich lächelte: „Wie klug du bist, deinen Glauben vor deine Feigheit zu hängen!“
„Schleichende Kröte du! Krötenschale! Schales Hirn du, das mit seiner Klugheit nur Klugheit begreift! Klügeln, zweifeln, fragen — ich will nicht! Raum will ich dem Glauben geben, Raum dem ungeheißen Aufsteigenden: kein Schatten des Hirns soll das Heilige streifen.“
„Ich darf nicht anders.“
„Das lügst du dir ein.“
„Ich will dir beweisen —“
„Selbst zu beweisen, gibt dir die Absicht und die Feigheit ein.“