Nein, man wollte nicht. Der Meister wolle nur über das Entsetzliche hinwegkommen.

Da erhob sich der Unentschlossene, und seine Frage hatte etwas seltsam Bestimmtes: Der Meister beabsichtige doch wohl gar nicht, ins Feld zu ziehen? Soldat gewesen sei er doch nicht?

Gewiß würde er mitziehen; als Freiwilliger. Er würde Soldat sein wie jeder andre. Ja: wie jeder andre.

Das gab dem Weißbärtigen, der bis dahin erschüttert gelauscht hatte, einen Gedanken: Nein, wie jeder andre nicht. Jeder andre könne fallen. Wenn der Meister fiele, so sei damit ein Zeichen gegeben: Gott habe alsdann seine Hand von ihnen gezogen.

Jawohl: das wollten sie zum Zeichen nehmen: der Meister dürfe nicht fallen; sonst sei die Zeit noch nicht reif für das Höchste, nicht reif für seine Lehre; wenn er fiele, sei der ganze Kampf vergebens.

Sie möchten sich beruhigen: er würde nicht fallen, und wenn er fiele: er würde wiederkommen, wenn die Zeit reif wäre.

Jawohl: er würde wiederkommen! War das nicht ein großartiger Gedanke? Der Starblinde meinte sogleich, er dürfe auf Grund dieses Wortes erneut seinem Gefühl Ausdruck geben, daß der Messias gekommen sei.

Man stutzte. Nicht dieses Einfalls wegen; dieser Einfall fand in der Gesellschaft offne Herzen. Aber Heinrich, der bis dahin lautlos und verloren dagesessen hatte, war aufgebrochen und hatte des Meisters Schultern umschlungen:

„Wir wollen zusammenbleiben. Wir wollen uns helfen. Wir werden heimkehren.“

„Wir werden heimkehren, mein lieber Heinrich,“ sagte der Meister, drängte den Jüngling sanft von sich, kehrte sich ab und ging, ohne einen Blick an die Versammlung zu wenden, in eins der Nebenzimmer.