Porträt eines spanischen Infanten von Diego Velasquez.

Mit blutgemiedener langer schmaler Hand,
Feinen Fingern, die den Duft der weißen Rosen fühlen,
Manchmal mager und müd in warmen Damenhaaren wühlen,
Halt' ich einen zierlich-kalten Degenkorb umspannt.
Meine Blicke gleiten kraftlos von der glatten silbergrauen Wand,
Von rieselnden leisen Gebeten sind meine Lippen schlaff und bleich,
Ein scharfer Dolchschnitt ist mein verachtender Mund,
Ich streichle manchmal einen hohen schlanken Hund.
Manchmal bin ich mit häßlichen Zwergen weich:
Ich beschenke sie reich –
Und peitsche sie wieder wund.
Mit dichten Schleiern schütz' ich mich vor dem Morgenrot:
Die Sonne hat Pfeile. Pfeile wirken Tod.

Pierrot pendu.

Und ich sah dich nachts an der Laterne:
Bleich und traurig hingst du, Pierrot,
Trübe schimmerten die späten Sterne,
Als dein alter Freund, der Mond, entfloh.

Da im Gassendunkel deine Züge
Schmerzlich schienen und gedankenbang,
Sann ich über deines Lebens Lüge,
Armer Narr am selbstgeknüpften Strang.

Und ich hab' dich nicht herabgeschnitten,
Rührte leise nur an deiner Hand.
Husch, ein Schatten war hinweggeglitten,
Der verstohlen mir im Rücken stand.

Musset.

Ich liege mit der Zigarette
Bis an den Morgen – o das böse Licht! –
Müd ohne Schlaf im Seidenbette
Meiner geliebten kleinen Ninette
Und kräusle den Rauch zu einem Gedicht.

Was hast du mit meinem Leben getan!
Wenn ich dich betrachte, dumme Kleine,
Deine marmornen runden Beine,
Fange ich fast zu weinen an
Um die ewig verlorene Eine.

Ninette, du hast verdünntes bleiches
Schnellrieselndes Blut, mein Kopf ist schwer:
Wo nehm' ich den Mut für heute her?
Sänke ich doch in dein faltenreiches
Morgengewand gehüllt ins Meer!