Das ist der Erde furchtbares Gewicht:
Gelang es dir, dich schwebend frei zu halten,
Zu tauchen in das erdenfremde Licht,
Daß sich die Meere unter dir gestalten,
Winzig die Wolken unter dir verwehn,
Und zitterst nicht –
So fliegt die Erde auf in deine Höhn.
Ich weiß es wohl …
Ich weiß es wohl, wie du zur Ruh dich legst,
Wenn müde dich die Mitternacht umfängt.
Du gehst verträumt im Zimmer auf und ab,
Schaust das unwillige Schweigen an der Wand,
Das seufzend hie und da ein Rahmen unterbricht.
Dann sprichst du leise in den Kerzenschein,
Als ob gleichgültig ihn ein andrer spräche,
Meinen Namen, horchst – hörst ihn und erglühst …
Und deine süßen Hände küssend, schläfst du ein.
Nächtlicher Weg.
Schwer schweigt der Wald in schwarzer Pracht.
Mein Mantel flattert durch die Nacht,
Streift welkes Laub am Boden mit;
Und wo die Äste wie Gestalten
Hoch über mir die Hände halten,
Folgt Zittern meinem festen Schritt.
Und leis an mir herniederglitt,
Als woll's im feuchten Gras erkalten,
Was in mir kämpfte, rang und litt;
Was ich in mir für schlecht gehalten,
Das nahm die Nacht im Atem mit.
Und stiller meine Schritte hallten,
Wie eines fremden Freundes Tritt.
Am Söller.
In Wirbeln geht der Strom durchs Tal.
Die Blätter wirbeln auf Söller und Saal.
Tief herbstlich naht die frühe Nacht,
Die unsere einsame Fackel entfacht.
Und wie die Sterne schweigend steigen,
Werden der Erde wir zu eigen.
Nachtdunkel hat so wilde Weisen –
Wir fassen uns, uns zu umkreisen.