Geboren am 28. November 1881 zu Wien. – Gesammelte Gedichte 1921.
Singende Fontäne.
Blauer Blick des Mondescheines
Kühlte meines Zimmers Wand;
Da hört' ich die Stimme eines,
Der im Dunkel unten stand.
Und wie ich die Scheibe staunend
In den Garten niederbog,
War es Singen, süß und raunend,
Das zu mir ans Fenster flog.
Keinen sah ich. Nur im Dunkeln
Blinkte das erhellte Spiel
Der Fontäne, die mit Funkeln
Zwischen Busch und Bäume fiel.
Unruhvoll und doch beständig
Schien das silberne Getön
Wie ein lautes Herz lebendig
Durch die Brust der Nacht zu gehn.
Und ich fragte: „Warum rauschst du
Heute mir zum erstenmal?“ –
Und ich horchte: „Warum lauschst du
Heute mir zum erstenmal?
In das heiße Gold der Tage,
Stumm im Steigen, Lied im Fall,
Durch den Samt der Nächte trage
Stet ich den erregten Schwall
Meiner eignen Überfülle,
Und du, der mir nahe ruhst,
Wirst erst durch den Gruß der Stille
Unsrer Brüderschaft bewußt?
Hast du nie denn an der Schwelle
Des Erwachens wirr gefühlt,
Daß dir eine lautre Welle
Nächtens durch dein Herz gespült,