Daß mein Singen dich durchwebte
Und im Schlafe aufwärts schwoll,
Bis es Blut um Blute lebte
Und an deine Lippen quoll,

Bis als Lied der eingeengte
Schauer einer fremden Lust,
Die ein Traum in dich versenkte,
Wild aufbrach aus deiner Brust?

So in dein Geschick verflechte
Ich mir meines Lebens Spur,
Und bin doch im Kreis der Mächte
Eine leise Stimme nur,

Eines von den stummen Dingen,
Die dein Wesen zauberhaft
Und geheimnisvoll durchdringen,
Und von deren steter Kraft

Nur verloren-leise Kunde
Manchmal deine Seele faßt,
Wenn du dich hinab zum Grunde
Eines Traums getastet hast.“

Immer ferner schien der Schimmer,
Immer dunkler Wort und Sinn,
Doch mein Herz lauschte noch immer
Nach der weißen Stimme hin,

Die vom Garten, bald wie Trauer,
Bald wie Lächeln, wundersam
Über Bäume, Busch und Mauer
Schwebend an mein Lager kam,

Und an meine Brust sich schmiegend
Ihrer Worte Wiege schwang,
Bis ich, fern im Schlummer liegend,
Glanz nur fühlte und Gesang.

Schwüler Abend.

Ist es schon Abend? Ich will nicht hinaus,
Vergeblich flimmert ihr, o buhlerische Sterne!
Faß mich doch enger, du vertrautes Haus,
Reiß mich an dich, gib mich nicht an die Ferne,
Lieg nicht so träg, so stumm, so atemlos,
Sprich jetzt zu mir! Ich brauche einen,
Der zu mir spricht in dieser Zwielichtstunde,
Hörst du: Ich brauche einen, sei es bloß
Das Ticken einer Uhr, ein Kinderweinen,
Das Knurren nur von einem nahen Hunde,
Nur nicht dies fröstelnde Verlassenscheinen,
Nur Etwas, das dies drohende Gewicht
Der ganz verstummten Stube von mir hält,
Und daß des Herzens Hammer nicht
So ohne Antwort in die Stille fällt!