Nicht im Schlafe hab' ich das geträumt,
Hell am Tage sah ich's schön vor mir:
Eine Wiese voller Margeriten;
Tief ein weißes Haus in grünen Büschen;
Götterbilder leuchten aus dem Laube.
Und ich geh' mit Einer, die mich lieb hat,
Ruhigen Gemütes in die Kühle
Dieses weißen Hauses, in den Frieden,
Der voll Schönheit wartet, daß wir kommen.

Die Kranke.

Ich fühle keinen Schmerz und bin doch krank;
Mir ist die Kraft genommen, ich bin leer.
Ich lebe ab, so wie ein Rad abläuft,
Das von der Feder, die es trieb und hielt,
Gelöst ward. – Ach, sie pflegen mich so lieb,
Und dennoch weiß ich's, balde ist's vorbei.
Und bin nicht traurig. Ruhe wird mein Teil.
Ich werde ruhig blühn in leichtem Wind,
Wie meine Blumen, die im Garten sind.

Im Wirbel fort.

Moosgrün aus Samt ein Band im blonden Haar.
Ein Färblein rosarot dazwischen war,
Das ganze Kind war ganze sechzehn Jahr,
Und es war Mai.

So kam's, daß uns mit Strahlen flitterfein
Umfädelte der sanfte Sonnenschein;
Die Knospe sprang, ach Gott, es war im Mai'n.
Die Knospe sprang.

Ich hätte gern in Treuen sie gehegt,
Ich hätte gern sie mir ans Herz gelegt,
Da hat ein Wind sie wirbelnd weggefegt.
Wem blüht sie nun?

Gigerlette.

Fräulein Gigerlette
Lud mich ein zum Tee,
Ihre Toilette
War gestimmt auf Schnee;
Ganz wie Pierrette
War sie angetan.
Selbst ein Mönch, ich wette,
Sähe Gigerlette
Wohlgefällig an.

War ein rotes Zimmer,
Drin sie mich empfing,
Gelber Kerzenschimmer
In dem Raume hing.
Und sie war wie immer
Leben und Esprit.
Nie vergess' ich's, nimmer:
Weinrot war das Zimmer,
Blütenweiß war sie.