Der Prediger sprach und die Orgel klang, und die Kinder sangen mit hellen Stimmen, und die goldne Sonne fiel durch die bunten Scheiben auf die Fliesen um den Altar her, und dann fuhr man lachend, von jagenden Pferden gezogen, nach Hause zurück, und durch dies alles hindurch brauste es in Fridolin: Asta, Asta, Asta!
In ihr war alles wieder aufgerichtet, stolz und still.
Als sie nachher bei Tisch nebeneinander saßen, quälten sie sich mit Worten ab, von denen sie beide fühlten, daß sie klanglos, leer und nur gesprochen waren, um ein gänzliches Schweigen zu verhindern. Er beobachtete ihre feinen, zerbrechlichen Handgelenke und dachte dabei an Porzellan. Auch an den Vorfrühling mußte er denken, der draußen sein Wesen trieb. Dann nahm er sein Glas und hob es ihr entgegen.
»Auf unsere Jugend!« sagte er.
»Ja, Jugend«, erwiderte Asta, »es klingt wie Reichtum und Sehnsucht. Heut sind wir traurig und voll unklarer Wünsche, und morgen möchten wir mit den Lerchen in den Himmel steigen, möchten umarmen und zerdrücken, was um uns ist, – und unser Übermut ist grenzenlos.«
»Ich kenne diese Stimmung«, sprach Fridolin, »wenn ich sie habe, laufe ich zu meinem Freund, rüttle ihn und brülle ihn an, daß er meint, ich sei irrsinnig. Es ist wie eine Befreiung.«
»Und dann die Stunden des Hochmuts ...«
»So waren Sie gestern abend.«
»Das ist nicht wahr«, sagte sie ernst. Dann, nach einer Pause: »Ich wollte Ihnen nur die Richtung geben, wie Sie sich zu mir verhalten sollten.«
»Sie waren schrecklich. Habe ich das verdient?«