Dann, als man in der Nähe lauter wurde und lachte, neigte er sich plötzlich zu dem Mädchen und sprach leis, aber heftig:

»Sie sind hart zu mir –«

»Wie können Sie das sagen –«

»Asta –«

»Nennen Sie mich nicht so. Sie haben kein Recht dazu. Was wünschen Sie?«

»Ich will –«, er schwieg und biß sich auf die Lippen.

Sie lächelte und zuckte die Achseln. Dann schüttelte sie nachdenklich das Haupt. Dann sah sie ihn an, mit dem Ausdruck stiller Innigkeit. Ein Wort sagte sie nicht. Aber Fridolin war es, als sollte er jetzt niederknien, um ihre Hände zu küssen und seinen Kopf in ihren Schoß zu legen. Doch er beherrschte sich, und schon eine Sekunde später hatten die dunkeln, sich widersprechenden Gefühle wieder Raum in seiner Brust.

Gerade während diese stummen Wogen zwischen den beiden jungen Menschen hin und wieder fluteten, trat der Brautvater in den Türrahmen, klatschte in die Hände und rief: »Bitte tanzen!«

Man hörte schon den Flügel und einige Geigen herüberklingen. Alles stand auf und begab sich in die größeren Zimmer zurück, wo die Tafeln fortgeräumt waren. Einige Paare tanzten schon. Bald entfaltete sich ein buntes Gewirbel. Fridolin lehnte dumpf an einem Türpfosten und sah dem Treiben zu. Er sah Asta am Arm eines Leutnants vorüberschweben, blaß, mit niedergeschlagenen Wimpern. Dann tanzte sie mit andern. Später, als sie einmal ruhte, trat er vor sie hin, verbeugte sich und gab ihr den Arm. Sie umschritten den kleinen Saal ein paarmal, darauf tanzten sie. Sie tanzte leicht und lässig. Fridolin meinte, tausend blaue Blumen blühten unter seinen Füßen. Nun war er in den matten Duft ihrer Haare eingehüllt und hörte ihr weiches Atmen und fühlte die kleine schlanke Hand in seiner liegen.

Er drückte sie an sich, mit Macht. Sie fühlte, daß ihr Stolz nahe daran war, jämmerlich zu zerschellen, wie ein Kahn in der Brandung der See. Zugleich aber lohte wieder die Empörung in ihr auf, und wieder siegte dieses Gefühl, und sie sagte mit hartem Klang: