Wer aber heimkehrt, halte Bereitschaft! Jeden mit anderer Stimme ruft Gott. Ein grader Wandel ist euer, ein langer Werktag, selten ein Fest, selten ein feiernd Lied. Schlummert wachsam wie die Gemse schläft!

Denkt grauer Wahrsagung! Feindseliger Schein traf die Länder. Kaum atmet noch der Glühende, der vom Pol her den Fluch-Engeln wehrt.

Unsern Schlaf überschleicht ein stummer Mut-Ermüder, Vogel von Antlitz, doch nicht beschwingt, unzeugerisch, ob auch elektrische Kräfte verströmend. Wollüstig alle beugt er, selbst unbeugbar.

Die strengen bindenden Worte fallen aus Kindes Gedächtnis. Raben tragen die goldnen Bücher aus dem Heiligtum.

Opfer, was frommen sie noch dem, der den Ruf überhörte? Der Dom stürzt ein über Altar und Beter, und abgesprengt, noch klingend vom Pilger-Bittgesang, ins Meer hinaus, verbrennend, schwimmt die Brücke.

Der Geist wird stehn vor der Tür seines eigenen Hauses und nicht heim finden. Gras wächst auf der Schwelle des Meisters und Herrn. Dessen Seele ist Eis geworden, klares, rundes, gediegenes Eis, und alle Lust wund und wirr wie der Fisch unterm Eise sich freut.

Der du heimkehrst, halte Bereitschaft! Wirf ab die kleinen Träume! Stifte klares Vergessen! Segne dich ein in ein eigenes Gebot, und bevor du umschritten dreimal das heilige Feuer, schlafe nicht bei deiner Braut!

Selig, wer Flügel regt mitten in Zeiten-Gruft! Heil schöpft er aus Unheil. O, und wenn Welt vergeht und neue erst unkenntlich gärt, immer dann schwebt eine tiefe blaue Stunde voll Freiheit und voll Hellgesicht, wo Rhythmus-Woge Geister hebt, bis die ganz neues Ufer schaun und nun erst recht sich freun des Flugs!

Sonne, die große Seele, weiß nichts von Auf- und Untergang, und brennt sie nicht in uns? Geschieht nicht stündlich fern und nah beherzte Liebestat? Das Innig-Ewige, wehts über Meere nicht von Stirn zu Stirn als wie ein Hauch? Und sinds die zarten Hauche nicht, aus denen Gott-Sturm wächst?

Kommet, Boten der Gnade! Wohnet nicht länger auf Bergen, besucht von toten Sehern, bei Adlern wolkenfeucht! Erscheinen herztrunken, wo bei verloschnen Herden Geschwister glühend harren! Wecket, weckt uns den Ruf!