Jaguschinski hatte den Gast mit nach Petersburg genommen, ihn, wie es der Zar befohlen hatte, durch ein Gelage in der Admiralität zu feiern. Peter und Katharina waren allein.
Es ging zum Abend. Linde Wärme lag über dem sanft zur Bucht sich senkenden Strande. In kleinen Wellen spielte die See mit dem weißen Sande.
Wie es einem Lotsen und seinem Weibe nach vollbrachtem Tagwerk ziemt, saßen der Zar und Katharina auf der Bank vor dem Hause. Katharina, die nie müßig blieb, mit einer Knüpfarbeit beschäftigt. Um sie her in dem kleinen Garten dufteten Levkojen und Balsaminen. Ein milder, würziger Geruch zog durch die leicht bewegte Luft.
Das Meer lag spiegelnd in der sich neigenden Sonne. Weit und grenzenlos. Nur gegen Osten blitzte ab und zu ein helles Segel auf: heimkehrende Fischer, die in die Newa einliefen. Vom Strande herauf tönte das Jauchzen von Kinderstimmen, schwarze Pünktchen rannten und purzelten durcheinander und rappelten sich wieder auf die spieleifrigen Beine. Sonst Stille.
Leise klirrten die Nadeln unter Katharinas geschäftigen Fingern.
»Muder!« Peter umfaßte die Emsige und lehnte sich an sie. »Muder,« liebkosend strich er über den fraulich gewölbten Leib.
Wie in Abwehr richtete sich Katharina steif auf. »Dich freut das Wachsen.« Ihre Stimme klang herbe.
»Dich nicht?«
»Du denkst nur an dich. Ich muß an das Werdende denken. Immer und immer. Wozu wird es?«