Der Zar wies hinüber, woher die Stimmen ihrer Kinder Anna und Elisabeth tönten, die mit der Prinzessin Maria, der Tochter Menschikoffs und seiner Gattin Darja sich tummelten: »Sie vergnügen sich.«
»So scheint es.«
»Ist es anders?«
Die vollen Schultern Katharinas hoben sich zuckend: »Lisenka ist noch ein Rotznäschen, das nichts versteht. Aber Anja kommt oft mit roten Augen heim. Das Mariechen deines Herzbruders ist ein kleiner gehässiger Balg.«
»Kinderzank. Das ist wie Aprilwetter.«
Katharina warf den Kopf in den Nacken. Der feste Blick ihrer grünen Augen faßte Peter: »Es sind deine Kinder, gegen die sie ihr Gift spritzt.«
Vom Strande her klangen schrille Aufschreie, vier Füßchen trabten eilig gegen das Haus.
»Väterchen! Väterchen, liebes!« Atemlos klammerte sich die vierjährige Anna an Peters Knie. Dicke Tränen liefen über ihre Wangen. Die zweijährige Elisabeth bildete heulend die Begleitung.
»Was haben meine Eingeweidchen?« Der Zar zog die Kinder auf seinen Schoß. »Wer tut meinen Würmlein was?«
Schluchzend, stockend brachte Anna eine ärgerliche Geschichte heraus. Sie hatten friedlich zu dritt mit der Prinzessin Marie gespielt, dann hatte es Streit gesetzt, und als Anna mit ihrem Väterchen, dem Zaren, gedroht hatte, hatte die kratzbürstige kleine Menschikoff nach ihr geschlagen und sie »frechen Bankert« geheißen.