Keiner rührte sich. Stumpf ließen die Ermatteten den Schwall über sich hinbrausen, kaum, daß eine Miene in ihrem Gesicht sich verzog, ein Lid sich hob.

Achselzuckend ließen die Unteroffiziere von ihnen ab, ratlos, ungewiß, was zu tun sei. Einer nur, ein großer, starker Sibirier, konnte sich nicht halten, redete sich in Zorn, griff zur Knute, schlug auf die Liegenden ein:

»Auf, ihr faulen Hunde! Auf!«

Ein Stoß traf ihn gegen das Kinn, ein zweiter gegen den Magen. Er knickte in die Knie. Ein Dutzend über ihn her mit wildem Geschrei.

»Gebt's dem Satan! Tüchtig! Haut ihm die langen Zähne ins Maul, daß er erstickt! Wir Hunde! Er selber Hund! Sohn von einem Hunde! Aas!«

Es regnete Hiebe auf den Sibirier. Immer mehr knäulten sich über dem zu Boden Gezerrten, ihm eins auszuwischen.

»Brüder,« ein alter Soldat vom Ssemjenowschen Regiment drängte sich vor, schob sich zwischen die Wütenden und ihr Opfer, »Brüder, schlagt euren Bruder nicht.«

»Er hat uns geschlagen!«

»Brüder, schlug er euch, so schlug er, weil er selber geschlagen ist. Brüder, wir sind alle geschlagen!« –