»Du darfst mich nicht verlassen!«

Alexei war fassungslos. Bleich, bebend, mit schlaff herabhängenden Armen blickte er verstört auf die Weinende: was war das? Was wollte sie? Schutz bei ihm? Sie sollte ihm Schutz sein. Vor dem Vater. – Er senkte die Stirn und nagte gepeinigt an der Unterlippe.

Der Kurfürstin gab es einen Stich ins Herz: welch übler Anfang.

Der Prinz schwieg und schwieg. Die Stille wurde beklemmend.

Da raffte sich die Kurfürstin auf und mahnte: »Haltung, Kind!«

Charlotte stützte sich schwer auf ihren Arm: »Verzeih,« ihr hilfeheischender Blick suchte in dem Gesicht ihres Verlobten nach einem letzten Trost, »daß ich dich erschreckt habe.«

Er zuckte zusammen: »Du mußt Geduld mit mir haben,« murmelte er tonlos, »ich bin es nicht gewöhnt, einem andern Stütze zu sein. Aber ich werde es lernen,« er atmete tief, »ich muß es lernen. Denn sonst,« er stockte und sagte es dann doch, »bin ich verloren.«


Afranisja hatte schlechte Tage. Ihre neue Herrin, der der alte Fürst Wolchonski zum Lohn für ihre kleinen freundschaftlichen Opfer die zu vielem geschickte und zu allem bereite Dienerin abgetreten hatte, war unzufrieden. Nicht mit der Finnin, sondern mit dem Lauf der Dinge im allgemeinen und im besonderen.