Langsam drehte Afranisja sich um. Ihr Blick ging an dem vor ihr Stehenden vorüber, als sei er noch in eine andere Welt gerichtet, glitt zurück, suchte, erkannte.
»Heilige Mutter, der Zarewitsch!« Wie in höchster Not streckte sie flehend die Hände empor: »Nicht schlagen! Nicht schlagen!«
Alexeis Mitleid wallte auf: »Armes Kind, haben die Menschen dich gewöhnt, nichts anderes von ihnen zu erwarten?« Seine dunklen Augen füllten sich mit Tränen: er erinnerte sich der bösen Jahre, die hinter ihm lagen, wo er nach einem einzigen guten Wort, nach einer kleinen Liebkosung verhungert war. – Er beugte sich zu der noch immer Knienden, hob sanft ihr Kinn: »Hast du niemanden, der dich gern hat?«
Die Finnin schüttelte stumm den Kopf. In ihrem Gesicht malt sich hoffnungslose Verzweiflung: »Mich kann niemand gern haben.«
»Dich, niemand gern haben? Eine so fromme Seele?«
»Ach, Herr,« Afranisja stöhnte, »ich bin voller Sünden.«
»Was hast du getan?« Der Zarewitsch zog seine Hand zurück, als habe er sich verbrannt.
»Nichts, Herr!« Die Augen der Finnin nahmen einen kindlich einfältigen Ausdruck an: »Nichts habe ich getan.«
»Und doch …?«
»Und doch bin ich verdammt. In Ewigkeit.« Sie warf sich auf die Erde und schluchzte: »Ich bin eine Ketzerin, eine Ketzerin!«