Er begrüßte sie flüchtig: »Alles steht gut. Da der Fuchs nicht aus seinem Bau zu bringen ist, werde ich hineindringen.«
Der ältere der Herren, mit dem strengen Beamtengesicht, hob erschreckt abwehrend die Hand: »Dieses Ungetüm …«
»Beruhigen Sie sich, Herr Geheimrat,« fiel Bassewitz dem Abgesandten des Landgrafen von Hessen-Kassel in die Rede: »Ich bin ein vorsichtiger Jäger.« Und sich an den andern, den schwedischen General Ranck, der jedoch seit einer Reihe von Jahren ebenfalls in hessischen Diensten stand, wendend, meinte er: »Aber zuweilen muß das Wild im Ansprung gestellt werden.«
Der General neigte die breite Stirn zustimmend: »Um so mehr, wenn es gilt, des von allen Seiten Angegangenen zuerst habhaft zu werden.«
»Bah, der Schleicher Ormond ist vorerst hors de concours gesetzt,« warf Bassewitz verächtlich hin.
Ranck zog die Brauen hoch: »Sie vergessen, daß er in dem Leibarzt des Zaren einen stillen aber unablässig wirkenden Freund für sich hat.«
»Der Dr. Areskin steht zurzeit bei der moskowitischen Majestät eben nicht in Gunst,« bemerkte Bassewitz gleichmütig. »Er hat den Ungeduldigen nicht im Handumdrehen von seinen Beschwerden befreien können, das wird er ihm lange nachtragen.«
Doch Ranck blieb bedenklich: »Es ist nicht der Herzog allein. Gestern abend ist der Graf von Metsch von Wien her eingetroffen, und heute in aller Frühe sah ich die Kutsche des Grafen de la Marck vor dem ›Englischen Hof‹ halten.«
»Verdammt! Dann ist es Zeit. Die Herren dürfen mir nicht den Weg ablaufen.« Er schwenkte den Dreispitz: »Auf Morgen! Ich hoffe, wir werden ein frisch-frohes Hallali blasen lassen können.«
Wieder wehrte der Geheimrat ängstlich: »Jubeln wir nicht zu früh.«