Und keiner war um Peter, der sich bemüht hätte, die heimlich fressende Glut zu dämpfen. Allen in seiner Umgebung dünkte es vorteilhafter, den Zwiespalt zwischen ihm und seinem Sohn zu erweitern. Einzig Katharina wagte zuweilen eine Entschuldigung für den Unglücklichen. In der letzten Zeit freilich hatte auch sie sich zum Schweigen bestimmen müssen, wollte sie bei Peter nicht die dicht gesammelte Wut zu zerstörender Entladung bringen. Die Ankunft des Herzogs von Holstein kam ihr daher sehr gelegen. Das bedeutete Ablenkung. Doch galt es, den Zaren mit Behutsamkeit für ihr Vorhaben zu gewinnen.

Sorgsam verfestigte sie den Faden, der gerade zu Ende war, an der Rückseite ihrer Stickerei, ehe sie ihm auf seine unmutige Frage antwortete:

»Es muß nicht jeder, der an dich herantritt, geschickt sein. Und mancher, der wie ein Bittender kommt, könnte sich als ein Gebender erweisen.«

»Der holsteinische Herzog!« Er zuckte abtuend die Schultern.

»Der Erbe seines Oheims.«

»Meinst du, daß er mir Schweden auf der flachen Hand entgegenträgt?«

»Nun, dir gerade nicht,« gab sie langsam, jedes Wort wägend, zurück, »aber der Erwählten seines Herzens.«

Er sprang auf, stellte sich breitbeinig vor sie hin:

»Daß ihr Weiber das Kuppeln nicht lassen könnt.«