»Du?«
Mit den Händen, die noch von der überstandenen Not bebten, zog er das junge, helle Gesicht an sich. Dicht, ganz dicht.
Und wie aus Abgrundstiefen stieg es lechzend:
»Leben.«
II.
Der Novembersturm fauchte über die Heide, die sich um Pskoff zieht. Wütend trieb er den mit Schnee untermischten Regen in dicken nebligen Schwaden vor sich her. Klatschend fielen die eisigen Schauer auf ein einsames Gefährt, das in dem aufgeweichten Boden kaum vorwärts kam. Schlamm klebte sich in großen Klumpen an die Räder, die Pferde versanken bis zu den Knien in dem morastigen Grund und blieben ein über das andere Mal mit zitternden Flanken stehen.
Die Insassen schienen es eilig zu haben. Denn bei jedem solchen Aufenthalt ertönte eine treibende Stimme aus dem Innern des Wagens, und der Kutscher antwortete jedesmal: Wie du willst, Väterchen! schwang die Peitsche und ließ sie erbarmungslos auf den Rücken der geplagten Tiere tanzen. Und mit jedem Halt hagelten die Hiebe dichter.
Eben war ein besonders kräftiger Schlag auf das eine Stangenpferd niedergeklatscht. Heftig warf sich das ins Zeug und zog und riß an den Strängen. Das Gestell hob sich an der einen Seite, kam ins Schwanken. Ein Knirren, ein splitterndes Krachen. Langsam neigte sich die Kutsche und sank ihrer ganzen Breite nach in den Kot.