In der ebenerdigen Stube saß auf der Ofenbank ein hageres, langaufgeschossenes Mädel. Die eckigen Arme hatte es hinter dem Kopf verschränkt, der auf dem dicken, brandroten Haar wie auf einem Kissen lag.

Sie träumte vor sich hin.

Aber ihre Träume mußten sehr bestimmte und bewußte sein, denn in den grünlichgrauen Augen war keine Spur von weicher Versonnenheit, kühl und fest waren sie auf das unsichtbare Ziel gerichtet.

Der Eintritt der Fremden war ihr kein Anlaß, ihre bequeme Stellung zu verändern, nur ihr Blick richtete sich forschend auf die Ankömmlinge.

»Bist du allein?« Peters Ton war ungeduldig.

Sie schürzte launisch die Lippen: »Wäre ich allein, könntet Ihr mich nicht fragen, ob ich es wäre.«

»Albernes Ding! Wo ist dein Vater?«

Der offenbare Ärger ihres Gegenübers belustigte sie. Sie lachte, ihre Oberlippe zog sich weit von den festen spitzen Zähnen zurück.

»Wo ist dein Vater?« Peters Miene wurde drohend.

»Da müßt Ihr Euch bei meiner Mutter erkundigen, vielleicht kann sie es Euch sagen. Ich,« sie schob die schmalen Schultern verächtlich in die Höhe, ihr Blick wurde feindselig, »ich weiß nichts von ihm.«