Dem Unteroffizier blähte sich der Hals purpurn. Blieb ihm auch der Text fremd, die Weise war deutlich genug.

»Luder!«

»Die Dirne dünkt sich zu gut für einen Soldaten,« hetzte es an seiner Seite.

»Generalsliebchen möchte sie spielen.«

»Was, General,« schrie ein dritter, ein baumlanger Kerl, erbost, »wenn's darauf ankommt, steh ich meinen Mann besser als der.«

Immer enger wurde der Kreis um Katharina, immer bedrohlicher die Gebärden, immer lauter die stachelnden Reden: sollte ein Weib sie zum besten halten?

Jeden gelüstete es, ihr zu beweisen, daß auch die Schönste nicht ungestraft ihr Spiel treibt, aber keiner gönnte dem andern, diesen Beweis zu erbringen. Stärker als die Begierde des einzelnen war der Neid aller auf den Begünstigten. Gleich einer aufgeregten Meute schob und trieb der Schwarm um die eine. Die von Verlangen durchwühlten Leiber flogen, heißer Dunst schlug aus ihnen, näßte die Stirnen, klebte die Haare an die Schläfen und zündete einen flackernden Glanz in den stieren Augen an. Aus manchem Munde troff Speichel.

Die Maske der Gleichmütigkeit und Überlegenheit wich nicht von Katharinas Zügen, obwohl jeder Sinn auf der Lauer lag, den Durchschlupf zu erspähen, der aus diesem gefährlichen Ring führte.

Der Laut eines raschen, schwingenden Trittes drang an ihr Ohr. Ein Federbusch wurde über dem Gewühl sichtbar: ein General.