Mit verschränkten Armen betrachtete Peter seinen Sohn:

»Du bist eifrig in deinen Studien, das muß ich dir lassen.«

Bei dem ersten Ton der Stimme seines Vaters fuhr Alexei zusammen. Sein Mund ging auf wie zu einem Schrei, doch raffte er sich rasch zusammen und stammelte leise eine Entschuldigung.

Eine unwirsche Bewegung unterbrach ihn. »Was liest du?« Peter griff nach dem Folianten.

Wie schützend breitete Alexei seine Hände über das geliebte Buch. Doch sein Widerstand war nicht von Dauer. Scheu sah er beiseite, als sein Vater, ohne sich um seine Abwehr zu kümmern, das Werk ergriff und den Titel aufschlug.

»Heiligenlegenden!« Ein schallendes Lachen folgte. »Geschichten von Narren und Betrügern sollte es heißen.«

Alexei wurde aschfahl.

»Wo sind die Bücher, die ich dir gegeben habe?«

»Dort.« Der Zarewitsch wies auf ein niederes Tischchen unter dem Fenster, auf dem französische und deutsche Werke über Festungsbau und Kriegswesen aufgestapelt waren. Die drohende Frage des Vaters hatte seinen Trotz geweckt. »Ich habe keinen Gefallen an diesen Dingen,« murrte er leise.

Der Foliant flog in eine Ecke. »Diese Ausgeburten verwirrter Hirne behagen dir besser? Freilich, es ist bequemer, in der Stube zu hocken, zu beten und Psalmen zu plärren, als über die Erde zu laufen und dem Pack, das sich auf ihr herumtreibt, Vernunft beizubringen.«