»Warum schmähst du den einen und schweigst bei dem andern?«

»Der Golowkin«, Peters Miene verzog sich verächtlich, »ist ein Geizhals, der für sich zusammenscharrt, mein Alexaschka behält nichts. Das Geld rollt und kommt unter die Leute; so nützt es meinem Lande.«

»Achtung vor dieser Staatskunst.«

»Sie mag nicht gefällig sein. Sie ist klug!«

»Nun, weshalb erbost du dich dann über ihr neuestes Stück? Der Verrat Mazeppas ist Menschikoffs Werk.«

Der Zar fuhr auf: »Wer sagt das?«

»Der und jener raunt es. Mir ist es klar. Je mehr du in Not bist, um so dringender bedarfst du des großen Feldherrn. Er wird sich schon mit dem Hetman verständigt haben, wo und wie dieser sich von ihm schlagen läßt. Dem glorreichen Sieger ist es nachher ein leichtes, für den reuigen Unterlegenen Verzeihung zu erwirken. Mazeppa behält, was er hatte, und der Fürst erhält zu seinen vielen Titeln einen neuen. Er wird Herzog. Wonach es ihn schon lange gelüstet. Am Ende,« sie warf es verloren hin, »gelüstete es ihn nach noch mehr.«

Peters Stirn furchte sich: »Er ist schnell gestiegen, zu schnell …« Er brach ab, machte eine wischende Bewegung mit der Hand und begann von anderem zu sprechen: von seiner Absicht, eine Schule für Ingenieure in Moskau zu begründen, von der Notwendigkeit, eine Abordnung nach Deutschland und Holland zu senden, um sich über die Verarbeitung von Wolle zu unterrichten und von der Anlage neuer Manufakturen.

Die Prinzessin bog den Kopf zur Seite. Sie mußte lächeln: dieser gespielte Gleichmut mochte einen andern täuschen, sie nicht. –

Sie hatte recht. Die angenommene Maske fiel, sobald Peter allein war.