Seine Hände verwühlten sich in den Falten ihres Hemdes.
»Jede Stunde mästet sich an mir. In Falschheit und Hinterlist. Herr nennen sie mich, weil der Schatten meiner Kraft ihre trüben Geschäfte deckt. Herr!«
»Bin ich's?«
»Was? Was bin ich?«
Die kurze Perücke war ihm in den Nacken gesunken, seine eigenen, kurzen, straffen Strähnen fielen dunkel in ein totenblasses Antlitz, in dem nur die Augen weit in brennender Frage glühten.
Sänftigend legten sich Katharinas Finger über die pulsenden Adern an seinen Schläfen. Eine tröstende Erwiderung wollte über ihre Lippen, doch die Flut seiner Erregung achtete keines Haltes:
»Bin ich ein Mensch? Ein Mensch schafft, und danach hat er Ruhe. Mich treibt's. Immerzu. Durch Tag und Nacht. Der Tag raubt mir die Geduld und die Nacht betrügt mich um den Frieden. Ich kann nicht schlafen. Nicht schlafen. Nur in Dumpfheit falle ich. Aber in mir bohrt's und stachelt's. Es. Es. Was ist das Es? Dann muß ich auf, hinaus. Muß zimmern, hobeln, muß aufs wilde Wasser, muß knuten, knuten.«
Der stöhnende Mund zuckte:
»Und für wen dies alles, für wen?«