Als ich endlich durch solche kam, zog mir die Alte die Kappe wieder herunter. Da befand ich mich in einem Saal, der überaus zierlich aufgeputzt war. Die Wände waren mit schönen Gemälden, der Tresor mit Silbergeschirr und das Bette, so darin stund, mit Umhängen von göldenen Stücken gezieret. In der Mitten stund der Tisch, prächtig gedeckt, und bei dem Feuer befand sich eine Badewanne, die wohl hübsch war, aber meinem Bedünken nach schändete sie den ganzen Saal.

Die Alte sagte zu mir: »Nun willkommen, Herr Landsmann, kann Er noch sagen, daß man Ihn mit Verräterei hintergehe? Er lege nur allen Unmut ab und erzeige sich wie neulich auf dem Theatro, da er seine Eurydice wieder erhielt. Er wird hier, ich versichere, eine schönere antreffen, als Er dort eine verloren.«


[Das dritte Kapitel]

Ich merkte schon an diesen Worten, daß ich mich nicht nur an diesem Ort beschauen lassen, sondern noch gar was anderes tun sollte. Sagte derowegen zu der Alten:

»Es ist einem Durstigen wenig damit geholfen, wann er bei einem verbotenen Brunnen sitzt.«

Sie antwortete, man sei in Frankreich und also nicht so mißgünstig, daß man einem das Wasser verbiete, sonderlich, wo dessen ein Überfluß sei.

»Ja,« sagte ich, »Sie saget mir wohl davon, wann ich nicht schon verheiratet wäre.«

»Das sind Possen,« meinte das gottlose Weib, »man wird Euch solches nicht glauben, dann die verehelichten Kavaliers ziehen selten nach Frankreich. Und wenngleich dem so wäre, kann ich nicht glauben, daß der Herr so albern sei, eher Durst zu sterben, als aus einem fremden Brunnen zu trinken.«