Dieses ward die Alte gefragt und sie log darzu, ich hätte gesagt, einer jeden Mund wäre hunderttausend Mal Küssens wert, dann ich konnte ihre Mäuler unter den Masken wohl sehen. Ich stellete mich unter all diesem Diskurs über Tisch, als ob ich kein Wort französisch verstünde.

Weil es nun so still herging, machten wir desto früher Feierabend. Die Damen wünschten eine gute Nacht und gingen ihres Wegs, ich durfte aber das Geleite nicht weiter als bis an die Tür geben, so die Alte gleich nach ihnen zuriegelte.

Ich fragte, wo ich dann schlafen müßte. Sie sagte, ich müßte bei ihr in gegenwärtigem Bette vorlieb nehmen. Ich meinte das Bette wäre immerhin gut genug.

Indem wir so plauderten, zog eine schöne Dame den Bettvorhang etwas zurück und sagte der Alten, sie solle aufhören zu schwätzen und schlafen gehen. Stracks nahm ich ihr das Licht und wollte sehen, wer im Bette läge. Sie aber löschte solches aus.

»Herr, wann Ihm sein Kopf lieb ist, so unterstehe er sich dessen nicht, was Er im Sinne hat. Er sei versichert, da Er im Ernst sich bemühen wird, diese Dame wider ihren Willen zu sehen, daß Er nimmermehr lebendig von hinnen kommt.«

Damit ging sie durch und beschloß die Tür. Die Jungfer aber, so dem Feur gewartet, löschte es vollends aus und ging hinter einer Tapezerei durch eine verborgene Tür hinweg.

»Allez, monsieur Beau Aleman, geh slaff mein 'erz, gomm, rick su mir!«

Soviel hatte ihr die Alte Deutsch gelernet. Ich begab mich zum Bette, zu sehen, wie dann dem Ding zu helfen sein möchte, sobald ich aber hinzu kam, fiel sie mir um den Hals und bisse mir vor Hitze schier die unter Lefzen herab, ja, sie fing an das Hemd gleichsam zu zerreißen, zog mich also zu sich und stellete sich vor unsinniger Liebe also an, daß nicht auszusagen.

Sie konnte nichts anders Deutsch als: Rick su mir, mein 'erz! — das übrige gab sie sonst zu verstehen.

Ich dachte zwar heim an meine Liebste, aber was half es. Ich war leider ein Mensch und fand eine so wohlproportionierte Kreatur, daß ich ein Holzblock hätte sein müssen. —