Springinsfeld antwortete: »Das will ich nicht läugnen; gleichwol aber ist gewiß, daß alle Wolthaten, die ein Weib dem Mann zu erzeigen pflegt, theur genug bezahlt werden müssen; ihre allerbeste Arbeiten, die sie verrichten, verkündigen dem Mann eitel Kösten und beschwerliche Ausgaben, dardurch dasjenig, was der Mann mit Mühe und Arbeit erworben, zum öftern unnützlich verschwendet wird. Hab ich ein Weib, so ist nichts Gewissers, als daß mir ein jede von meinen Ducaten hinfort nit mehr als einen Thaler gilt. Spinnet sie mir und ihr ein Stück Tuch an Leib, so muß ich Flachs, Woll und Weberlohn bezahlen. Soll sie mir was kochen, so muß ich Speis, Holz, Salz und Schmalz samt dem Kuchengeschirr herbei schaffen. Wolte sie mir bachen, wer muß anders das Mehl hergeben als eben ich? Also auch, wer zahlt Holz, Seif und Wäscherlohn, wann sie mir und ihr das leinen Geräth säubern läßt? Und wie gehts allererst, wann man mit einem Haufen Kindern beladen wird (welches ich zwar nit erfahren habe, aber auch nicht zu erfahrn begehre), wann nämlich eins krank, das ander gesund, das dritte faul, das vierte muthwillig, das fünfte eselhaftig und das sechste sonst widerspenstig, ungehorsam und nichts nutz ist?«

Simplicius antwortet: »Du bist halt ein alter Kracher, der keines rechtschaffenen Weibs werth ist; du würdest sonst von dem heiligen, von Gott selbst eingesetzten und mit vielen Verheißungen gesegneten Ehestand weit anderst reden. Und gleich wie eine fromme, tugendhafte Frau eine Gabe Gottes und eine Kron und Zierd des Manns ist, also verdrüßt dich, daß dich der gütige Himmel mit keiner solchen gewürdigt hat.«

»Wahrhaftig, Simplice«, antwortet Springinsfeld, »du kanst bei deinen Biren wol merken, wann andere zeitigen[338]


Fußnoten:

[332] neuangestandener, neu eingetretener.

[333] stürzen, störzen, sich als Landfahrer umhertreiben.

[334] Freundschaft, Verwandtschaft.

[335] lieber, interj., quæso.

[336] Stamm, Abstammung, Stand.