[490] abgehen, einschlagen, gelingen.

[491] Zwickgabel, gabelförmiger Zweig.

[492] sich geheien, sich quälen, sich abmühen, dann auch in der Bedeutung: sich packen.

[493] brühen, necken, foppen.


Das vierundzwanzigste Capitel.

Was die Leirerin vor lustige Diebsgriff und an anderen Possen angestellt, wie sie ein unsichtbarer Poltergeist, ihr Mann aber wieder ein Soldat gegen dem Türken wird.

»Als ich nun mein leichtfertig Weib weder mehr hören noch sehen konte, schrie ich ihr gleichwol nach, sie solt ihren Bündl oder Pack auch mitnehmen, welchen sie bei mir liegen lassen; dann ich wuste wol, daß sie kein Geld darinnen, sonder unser Baarschaft in ihrer Brust vernähet hatte. Demnach gieng ich den nächsten Weg gegen der Hauptstadt desselbigen Landes, und wiewol ihr Nam fast geistlich[494] tönet, so gieng ich doch hinein, meine Nahrung mit dem Ton meiner weltlichen Schalmei und Geigen darin zu suchen.«

»Damals fanden sich venetianische Werber daselbsten, welche mich dingten, daß ich ihnen mit meinem Saitenspiel und anderen kurzweilig und verwunderlichen Gaukelpossen einen Zulauf machen solte. Sie gaben mir neben Essen und Trinken alle Tag einen halben Reichsthaler, und da sie sahen, daß ich ihnen besser zuschlug als sonst drei Spielleut oder einige andere Lockvögel, die sie auf ihren Herd hätten wünschen mögen, andere zu fangen, überredeten sie mich, daß ich Geld nahm und mich stellete, als wann ich mich auch hätte unterhalten lassen. Und dieses machte, daß ich ihrer noch viel, die sonst nicht angangen wären, durch mein Zusprechen in ihre Kriegsdienste verstrickte. Unser Thun und Lassen war nichts anders als Fressen, Saufen, Tanzen, Singen, Springen und sich sonst lustig zu machen, wie es dann pflegt herzugehen, wo man Volk annimt. Aber dieses Henkermal bekam uns hernach in Candia wie dem Hund das Gras, der wol büßet, was er gefressen.«