Die Beine ganz gerade – uneingeknickter Kniee – den Rumpf im rechten Winkel weit vorgebeugt starrt Secundus herabgebogenen Gesichtes mit unterlaufenen Augen in das schon göttlich werdende Totenantlitz.
»Meine Frau – ‹meine Frau› – – du, du Besitzer – Gottgehaßter, der sie gehabt hat – – Hund – Hund – Kanaille!!«
Und schlägt mit voller Kraft die geballte Faust in das entschlafene Angesicht.
Er besucht Fanto in seinem Bureau. Das geschieht sehr selten und Fanto weiß die Ehre zu würdigen, breitet Sonnenschein über sein quittengelbes Gesicht und lacht knöchern und ergeben.
Fanto war früher Direktor einer unter unsäglichen Operationen gegründeten Winkelbank und stand infolge genialer, aber nicht ganz einwandfreier und vor allem durch unerhörte Schicksalstücken mißlungener Finanztransaktionen vor der Krida. Secundus rettete ihn damals durch ein nicht unbeträchtliches Darlehen, das jenem ermöglichte, anständig und ohne Kollision mit leider bestehenden Gesetzen zu liquidieren. Dann ernannte er ihn zum Verwalter seines Vermögens. In dieser Stellung leistete der Mann Unglaubliches und hob im Verlauf seiner fünfjährigen Geschäftsführung die Verzinsung des sehr vernachlässigten Riesenvermögens um fast zwei Prozent. – Fanto ist ehrwürdig, orthodox, gerissen, zu jeder Schurkerei freudig bereit und dem Herrn gegenüber von stiefelleckender Treue.
»Danke. Ich lege nicht ab, Fanto. Nur ein paar Worte. Ich möchte bis Abend wissen, wie es um die Vermögensverhältnisse der Baronin Nhilius steht. Sie wissen – Nhilius, der vor einer Woche –. Ja. Der. Ich möchte alles genau hören, wie das Geld angelegt ist, wer ihr Sachwalter ist, das Testament usw. Heute Abend werden Sie mir berichten.«
Um neun Uhr Abend erscheint Fanto. Er schwitzt und lacht knöchern und glücklich.
»Setzen Sie sich, Fanto, und erzählen Sie. Was haben Sie herausgebracht?«
»Nix Schönes, nix Erfrailiches, Durchlaucht – ich mein' für die Frau Baronin. Also zuerst: Der Mann, was die Sachen in der Hand hat, der Advokat von der Frau Baronin Nhilius, was ihr jetzt die Geschäfte führen tut, vor dem soll ein' Gott behüten! Kopetzky heißt er und Schuft is er, so weit er warm is. Ich hab' mit ihm zu tun gehabt!«
»Hat er Sie hereingelegt, Fanto?«