Eine Zigeunerkapelle beginnt gedämpft und geil den Walzer aus der neuen Operette zu spielen:
| »Eine nur, das ist die Echte, |
| Eine nur, das ist die Rechte –.« |
Auf eine einladende Geste Frau Adèles begeben sie sich ins Nebenzimmer, wo die Tafel, festlich in Weiß und Rosa gedeckt, sie erwartet. An dem einen Ende der Tafel steht, mit Rosen und Flieder bekränzt, etwas erhöht – gleichsam als Thron gedacht – ein prunkvoller Lehnstuhl mit Brokatüberzug Secundus, der am unteren Ende der Tafel Platz genommen hat, gegenüber.
Man setzt sich, etwas erstaunt, etwas leiser werdend, zu Tisch. Madame Adèle ist verschwunden, acht Herren allein, damenlos, in einem Bordell bei Tisch, die Situation ist entschieden originell. Bemerkungen wagen sich vor, Witze werden versucht:
»Hören Sie mal, lieber Fürst, ich hoffe doch entschieden, daß die Geschichte allmählich 'n weniger Liebenbergischen Anstrich bekommt?«
»Du hast uns doch nicht zu einem Junggesellensouper ausgerechnet zur Osterer bestellt! Das wär' doch auch im Bristol gegangen.«
»Nein, nein, Kinder, der Secundus hat noch a besondere Gaudee für uns in petto. Schauts doch den Thron an!«
»Aber nachher fix. Ich weiß nicht, der Hummer is doch sicher vom Sacher, aber mir schmeckt's gar nicht, wenn ich nicht a hübsches Weib zum Fußeln neben mir hab'!«
»Ich kenne diese deine Gewohnheit, lieber Kiki«, lächelt Secundus höhnisch. »Wie du siehst, habe ich darauf Rücksicht genommen und dich neben die Dame des Festes placiert.«
»Die Dame? Also kommt doch wenigstens eine?«