»Wollen wir sterben – jetzt – jetzt gleich?«
Sie richtet sich dunkel erschrocken halb auf, die eine Hand mit seltsam keuscher Gebärde auf ihren lieben Brüsten.
»Jetzt? Nein. Wäre das nicht zu klein für uns? Wir haben doch noch nicht gelitten.«
»Du nicht?«
»Nicht so. Nicht so. Versteh. Wir waren nie glücklich bis heute, weil wir nicht aneinander glücklich waren. Und so haben wir auch noch nie gelitten, weil wir nicht aneinander gelitten haben. Wäre es nicht klein, uns darum zu betrügen?«
»Nie, nie – nie wollen wir dieses Leiden erleiden! Wie kommst du darauf? Warum glaubst du daran?«
»Ich weiß nicht. Aber müßte die Welt nicht aus ihrer Bahn stürzen, die Erdenellipse zerreißen, wenn diese Stunde nicht ein Gleichgewicht fände? Und können für uns noch Schmerzen sein außer denen, die wir uns zufügen?«
Angstvoll starrt er ihr ins Gesicht hinein: »Was meinst du? Was ahnt dir?«
»Nichts, nichts, Geliebtester. Du liebst mich!«
Ihr Lächeln, ein Sternenstrom, stürzt nieder über sein Antlitz und glüht Angst und Trauriges von seinen Schläfen ab.